Onkel Wanja kommt
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Neuigkeiten

  • WM 2018 Tag 6
Die wunderbare Verwandlung der russischen Polizei lässt mir keine Ruhe. Früher wurden Menschen wegen einem schrägen Blick, vom zufälligen Anfassen ganz zu schweigen, zusammengeschlagen, weggezehrt, zur Haftstrafen verurteilt. Jetzt...

    WM 2018 Tag 6

    Die wunderbare Verwandlung der russischen Polizei lässt mir keine Ruhe. Früher wurden Menschen wegen einem schrägen Blick, vom zufälligen Anfassen ganz zu schweigen, zusammengeschlagen, weggezehrt, zur Haftstrafen verurteilt. Jetzt lächeln plötzlich sogar die Nationalgardisten, als wären sie Menschen wie Du und ich. Sie sagen „Can i help you“. Bleibt es auch nach der WM so? Vielleicht doch, wenn die Russen heute gegen Ägypten wieder so gut spielen wie gegen Saudis. Fußball verleiht dem Putinismus ein menschliches Gesicht. Ich schaue mir das Spiel auf jeden Fall an.

  • WM 2018 Tag 4
Bereits im Vorfeld der WM gab es Gerüchte, die Menschen in südrussischem Rostow seien irgendwie nicht tolerant und auf die Homosexuellen schlecht zu sprechen. Alles Gerüchte, nichts davon ist wahr. In Rostow spielt heute Brasilien gegen...

    WM 2018 Tag 4

    Bereits im Vorfeld der WM gab es Gerüchte, die Menschen in südrussischem Rostow seien irgendwie nicht tolerant und auf die Homosexuellen schlecht zu sprechen. Alles Gerüchte, nichts davon ist wahr. In Rostow spielt heute Brasilien gegen die Schweiz, die Einheimischen sind vor Aufregung völlig aus dem Häuschen, Kinder und Erwachsene kleben an Fenstern, stehen auf den Balkonen und grüßen überschwänglich die ausländischen Gäste, und grüßen und grüßen und grüßen.. Aber sie gehen nicht zum Spiel. Warum nicht? Weil diese Bewohner von Rostow nicht echt sind. Hier wurde eine bewehrte Sanierungsmethode aus alten Zeiten angewandt, die alte Fassade nicht zu renovieren sondern mit einem frisch bemalten Banner zu überspannen. Auf diese Weise hat die Stadt mit einer Fliege zwei Klappen geschlagen, Geld gespart und die freundlichen, toleranten Bürger erschaffen.

  • Die autonome Republik Mordwinien ist durch ihre zahlreichen
Lager und Gefängnisse bekannt, es ist kein Ort, wo man freiwillig hinfährt. Viele Russen, die noch nicht vorbestraft sind, wissen gar nicht, wo Saransk liegt, von den Ausländern ganz zu...


    Die autonome Republik Mordwinien ist durch ihre zahlreichen
    Lager und Gefängnisse bekannt, es ist kein Ort, wo man freiwillig hinfährt. Viele Russen, die noch nicht vorbestraft sind, wissen gar nicht, wo Saransk liegt, von den Ausländern ganz zu schweigen. Der französische trinkfeste Komiker Gerard Depardieu, der seine Heimat wegen Steuerhinterziehung verlassen musste, war der erste prominente Tourist in Saransk. Er wurde in Mordwinien mit Pomp empfangen und bekam gleich von der Führung der Republik den Posten des Kulturministers angeboten, mit einer Dienstwohnung und einer Leibwächterbrigade, er lehnte jedoch das Angebot freundlich ab und zog sich nach Frankreich zurück. Böse Zungen behaupten, Gerard Depardieu war von seiner Reise nach Mordwinien so sehr beeindruckt, dass er sofort in Frankreich alle Steuer im Voraus zahlte und mit Saufen aufhörte, um nicht wieder nach Mordwinien fahren zu müssen. Heute ist die Stadt voller Dänen und Peruaner gewesen, Dänemark spielt dort gegen Peru.

  • WM2018 Tag 2 Oje Oje Oje
In St. Petersburg musste der Bürgermeister noch vor kurzem seinen Sitz an die Baustelle des Stadions Arena Zenit verlagern - mit ständigem Blick auf die Baugrube, in der blitzschnell Milliarden versenkt worden waren ohne...

    WM2018 Tag 2 Oje Oje Oje



    In St. Petersburg  musste der Bürgermeister noch vor kurzem seinen Sitz an die Baustelle des Stadions Arena Zenit verlagern - mit ständigem Blick auf die Baugrube, in der blitzschnell Milliarden versenkt worden waren ohne sichtbarem Ereignis. Trotz aller Anstrengung ging die Arbeit nicht voran, das neue Dach im Stadion ging kaputt, bevor es fertig installiert worden war. Die Schuldigen wurden schnell gefunden: Es waren angeblich die Pelikane, die in solchen Mengen aufs Dach gekackt hatten, dass es zusammenstürzte. Man munkelte, die bösen Pelikane fühlten sich vom Fußball angezogen. Seitdem kursiert in Russland ein neues Sprichwort „Guck mich nicht so an wie ein Fußball-Pelikan“  Heute hat in diesem Stadion Iran gegen Marokko 1:0 gewonnen, die Pelikane hielten durch, das Dach auch. 
  • WM2018 Tag 1 Ole Ole Ole


    Die Moskauer Polizisten machen ganz große Augen und schwitzen heftig. In den Anweisungen für sie und ihre Hunde steht schwarz auf weiß, sie sollen die Ausländer freundlich anlächeln und „Walkam to Rascha“ sagen. Direkt vor ihnen tanzen nun Argentinier, Araber, Peruaner in Moskau einfach so auf der Straße, die Moskauer filmen dieses Ungehorsam mit ihren Telefonen und kommen bald selbst auf die Idee, sie könnten auch einfach so auf der Straße tanzen.

    Und was sagt die Polizei? „Walkam tu Rascha“

    5:0 gegen Saudi Arabien gewonnen! Der Deal war eigentlich 3:1, als russische Gegenleistung keine Luftabwehr mehr nach Jemen, aber es kam 5:0. Bei den Unterhändlern heißt eine solche Situation „Exzess des Darstellers“. Die Saudis haben sich schlicht zu viel Mühe gegeben.

  • Der Ball ist rund

    Bereits im Vorfeld der WM präsentierte Lufthansa einen Werbespot über die Gastfreundlichkeit und die Weltoffenheit des Gastlandes, allerdings wurde das Filmchen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gedreht. Für Moskau hätten sie keine Drehgenehmigung bekommen, entschuldigte sich der
    Pressesprecher. Die anderen Journalisten beschweren sich ebenfalls, zur Zeit ist es schlicht unmöglich, für irgendetwas in Russland eine Genehmigung zu bekommen, die Sicherheit der WM ist für den Präsidenten zur Chefsache geworden, er möchte am liebsten alles selbst regeln und das in einem Land, das weltweit führend bei der Anzahl der Polizisten pro Bevölkerungskopf ist. Die Beamten schwitzen heftig, obwohl die Sonne kaum scheint. Sie wissen, sollte irgendetwas schief gehen, werden sie nachher das Fußballspiel aus der Sicht des Balls kennenlernen. Die WM muss zu einem Erfolg werden, dafür ist alles vorbereitet: die Hausfassaden neu gestrichen, Straßenhunde und Regimekritiker vorübergehend weggesperrt, die Plastikbäume mit Deo besprüht. Als freundliche
    Fußballfans verkleidete Sicherheitskräfte sind an den dafür vorgesehenen Plätzen im Stadion platziert, wo sie mit den zuständigen Ämtern abgesprochene, politisch korrekte Texte im Chor von sich geben. Die Mannschaft hat die Hymne auswendig gelernt! Das einzige Problem ist der Ball, er lässt sich von allen herumschubsen und rollt mal nach links und mal nach rechts. Wäre der Ball quadratisch gewesen, konnte man auch ihn nach der Absprache mit zuständigen Ämtern an der dafür vorgesehenen Stelle im gegnerischen Tor platzieren und der ganzen Welt zeigen, was für ein stabiles und sicheres Fußballland Russland ist. Aber der Ball ist rund.

  • Sie hat geguckt, direkt in das Fenster der Seele

    Sie hat geguckt, direkt in das Fenster der Seele

  • Eine heiße Woche. Heute fahre ich zur Lesung nach Apenrade (Dänemark), am Donnerstag ist eine Open Air Veranstaltung im Park der Gärten in Bad Zwischenahn. Am Freitag bin ich Gast bei „Titjen und Bommes“ in Hannover, am Samstag hat Memorial Deutschland Geburtstag, wir reden im Literaturhaus Berlin mit Gesine Dornblüth (langjährige Moskau-Korrespondentin des Deutschlandfunks) über die “russische Sicht auf das aktuelle Deutschland und die deutsche Sicht auf Russland“. Am Sonntag präsentiere ich um 16 Uhr in Bonn mein Buch „Ausgerechnet Deutschland“ im Hotel Königshof.

  • Zum Klimawandel Das Eis ist geschmolzen. Es fällt verdammt schwer als menschlicher Ozean in einer grenzenlosen Welt zu leben, zumal wir sehr lange in den abgeschlossenen Teichen saßen und einander nur nachts quaken hörten. Viele haben Angst. Grenzen...
    Zum Klimawandel
    Das Eis ist geschmolzen. Es fällt verdammt schwer als menschlicher Ozean in einer grenzenlosen Welt zu leben, zumal wir sehr lange in den abgeschlossenen Teichen saßen und einander nur nachts quaken hörten. Viele haben Angst. Grenzen schließen! Die Illegalen, die beim Bäcker in der Schlange stehen, dingfest machen! In Wahrheit wissen sie auch nicht, was das für ein Ding ist und wie man es fest macht.  Das weiß vielleicht nur der Bäcker, aber er verrät es nicht.
  • Der gestern erschossene russische oppositionelle Journalist Arkadij Babtschenko lebt. Seine Killer sind verhaftet und die Auftraggeber für die Morde an regimekritischen Journalisten sind jetzt bekannt, sagte Arkadij auf seiner Pressekonferenz in...

    Der gestern erschossene russische oppositionelle Journalist Arkadij Babtschenko lebt. Seine Killer sind verhaftet und die Auftraggeber für die Morde an regimekritischen Journalisten sind jetzt bekannt, sagte Arkadij auf seiner Pressekonferenz in Kiew. Das ist eine gute Nachricht, auf das Wohl des Untoten Babtschenko (aka Najebabschenko) gleich einen Schnaps  

Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen...