Onkel Wanja kommt
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Neuigkeiten

  • Hangar-312

  • Grausames Verbrechen

    Besonders grausames kapitalistisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist meiner Meinung nach, dieses ständige Schuldgefühl, das man als Konsument den nicht gekauften und nicht verbrauchten Waren gegenüber empfindet, allen mit Mühe gemachten Produkten, die man liegen lässt. Apfelberge, schnell verderbliche Salate, probiotische Jogurts mit einem baldigen Verfallsdatum… Was passiert mit dem grauen Mantel, der solche lustigen schwarzen Knöpfe hat, er wurde als Sonderangebot bereits zwei Mal im Preis runtergesetzt und hat trotzdem niemanden zum Kauf verführt? Alle diese Waren schreien lautlos jedem hinterher: Nimm mich! Ich kann sie aber nicht nehmen. Ich habe schon einen Mantel, ich mag keine Äpfel und über “probiotische” Jogurts mit leckeren Bakterien habe ich gerade gestern in der Zeitung gelesen, dass ihre Bakterien eigentlich durch einen Abstrich aus dem Arsch fremder Menschen gewonnen werden, also bitte ohne mich.
    Noch mehr Schuldgefühl bekomme ich in einer Buchhandlung. Tonnenweise Abenteuer! In den Buchläden meiner Kindheit standen drei Bücher im Schaufenster: Lenin “Staat und Revolution”, Karl Marx “Das Kapital” und ein Weltatlas, in dem unser Land als ein Sechstel der Erdoberfläche besonders stark herausragte. Hier auf der Frankfurter Buchmesse fragte ich mich, wie kriegen die Europäer es hin, im Dauerlicht des Fernsehens und Internets badend, noch Zeit für die Bücher zu finden und ihren Musil, Rilke oder Sartre zu lesen - das bleibt mir ein Geheimnis. Wahrscheinlich lesen sie die gar nicht. In den Bibliotheken und Antiquariaten, entwickeln diese Bücher dann ein Eigenleben Wenn sie lange genug liegen, fangen sie an zu strahlen und leuchten in den Händen der wenigen Interessenten.

  • ich habe gestern beim MDR zwei tolle Frauen kennengelernt, Dr. Adler und Dr.Pille!

    ich habe gestern beim MDR zwei tolle Frauen kennengelernt, Dr. Adler und Dr.Pille!

  • Pilzsaison 2018 ist eröffnet

    Pilzsaison 2018 ist eröffnet

  • Eine der schönsten Erfindungen der Deutschen ist „der Weltgeist“ von Hegel. Dieser Philosoph überlegte sich, dass es so etwas wie eine
Gesamtvernunft geben müsse, eine Garantie für die Ordnung der Dinge. Auch wenn das eine oder andere Individuum aus...

    Eine der schönsten Erfindungen der Deutschen ist „der Weltgeist“ von Hegel. Dieser Philosoph überlegte sich, dass es so etwas wie eine
    Gesamtvernunft geben müsse, eine Garantie für die Ordnung der Dinge. Auch  wenn das eine oder andere Individuum aus der Reihe tanzt,
    so wird die Gesamtvernunft, „der Weltgeist“ alles wieder
    zurecht biegen. Ich stellte mir diesen Weltgeist wie einen Fahrlehrer vor.
    Immer wenn der Mensch aus Frohsinn oder Verzweiflung aufs Gas tritt
    und das Lenkrad loslässt, drückt der Weltgeist seinen Schuh auf die Bremspedale.
    Was uns Hegel nicht erklärt hat, ist, wie reagiert der Weltgeist, wenn mehrere Individuen gleichzeitig durchdrehen,  die alle am Lenkrad der Weltpolitik sitzen? Wenn der US-Präsident von der UNO-Bühne herab die Staaten aufeinander hetzt, sein türkischer Kollege beinahe das halbe Land unter Arrest hält?
    Die Knäste und Internierungslager in der Türkei sind überfüllt, es werden eilig neue gebaut, obwohl das Geld dafür immer knapper wird. Aber vielleicht könnte Deutschland helfen und die Finanzierung für einige türkische Knäste übernehmen, dann könnten in der Türkei inhaftierte deutsche Staatsbürger eine bessere Zelle bekommen. Ihren Platz in schlechten Knästen würden dann die Flüchtlinge annehmen, die Deutschland nicht haben will,
    darum ging es wohl bei dem Festmahl in Berlin zu Ehren des türkischen Kollegen. Sein russischer Bruder im Geiste hatte den Syrern die russischen Raketenabwehrkomplexe C200 geschenkt. Damit hatten sie letzte Woche ein russisches Flugzeug vom Himmel geholt. Nun bekommen sie die noch
    gefährlicheren C300 Komplexe und noch mehr russische Flugzeuge, damit sie besser lernen. Und was macht der Weltgeist?
    Er fliegt kerzengerade nach oben, bleibt kurz in der Luft hängen und macht von da aus eine Arschbombe.

  • Meine Kreuzfahrt- Lesereise auf dem Festland geht weiter. Diese Woche: Dienstag in Gernsbach, Mittwoch in Gevelsberg, Freitag in Zürich, Samstag in Rüsselheim mit Rüsseldisko! Am Sonntag trete ich im Berliner BKA Theater auf.

    Meine Kreuzfahrt- Lesereise auf dem Festland geht weiter. Diese Woche: Dienstag in Gernsbach, Mittwoch in Gevelsberg, Freitag in Zürich, Samstag in Rüsselheim mit Rüsseldisko! Am Sonntag trete ich im Berliner BKA Theater auf.

  • Man lernt nie aus. Angeblich hatten die Eisbären und die Pinguine während der Eiszeit friedlich neben einander am Äquator gelebt, sie ernährten sich von den Fischen und genossen das kühle Klima bis es ihnen eines Tages doch zu heiß wurde. Auf der...

    Man lernt nie aus. Angeblich hatten die Eisbären und die Pinguine während der Eiszeit friedlich neben einander am Äquator gelebt, sie ernährten sich von den Fischen und genossen das kühle Klima bis es ihnen eines Tages doch zu heiß wurde. Auf der Suche nach der Kälte gingen sie auseinander, die Pinguine landeten auf dem Südpool und die Eisbären wanderten zum Nordpool aus. Nun geraten sie selbst an den Polen durch den von Menschen verursachten Klimawandel in Schwierigkeiten. Meine Freunde von Greenpeace erzählten, die Pinguine können durch ihren Körperbau nicht in den Himmel schauen. Wenn sie den Kopf zu toll nach oben recken, fallen sie auf den Rücken. Am Südpool wird heutzutage viel geflogen, die Menschen suchen dort nach Öl, die Flugzeuge und die Hubschrauber beunruhigen die Vögel, sie recken die Köpfe hoch, landen auf dem Rücken und können aus eigener Kraft nicht aufstehen. Umweltaktivisten haben eine Gruppe gebildet, die die Pinguine wieder gerade stellt. Sie bemühen sich seit Jahren um einen einheitlichen Flugplan über den Südpool, damit sie effizienter arbeiten können. Denn manchmal, wenn sie gerade alle Pinguine wieder aufgestellt haben, fliegt schon der nächste Hubschrauber drüber und die ganze Arbeit war für die Katz. Die Eisbären auf der anderen Seite des Globus haben ein noch größeres Problem. Früher suchten sie die Löcher im Eis und warteten dort bis die Robben aus dem Loch kriechen, um Luft zu schnappen. Nun ist das Eis so weit geschmolzen, dass die Robben keine Löcher mehr zu suchen brauchen. Sie schwimmen im freien Wasser und haben keine Angst vor den Eisbären mehr. Die Eisbären müssen also dringend schwimmen und die Pinguine Gymnastik lernen, wenn sie überleben wollen.

  • Nicht alle Bürger sind besorgt.
Foto:Christian Juhre

    Nicht alle Bürger sind besorgt.

    Foto:Christian Juhre

  • Zürich

    Am 14.09. bin ich nach einer langen Pause wieder zur Lesung in Zürich, im Kino Kosmos. Alle Russen, die ich in Zürich kennenlernte, auch die Schweizer schimpften immer über das Land, sie hielten die Schweiz für langweilig und bieder. Immer war ich derjeniger, der die Schweiz verteidigte. „Ihr habt doch den ersten Platz weltweit, was die Lebensqualität betrifft,“ murmelte ich. „Davon kriegen wir aber hier nichts mit,“ konterten die Einheimischen. Es war eine groteske Situation. Die ganze Welt sehnte sich nach Schweizer Verhältnissen: Wohlstand, Föderalismus, Neutralität. Ob in Rußland oder in Deutschland lobten die Politiker von links bis rechts das Schweizer Modell und nur die Schweizer selbst zeigten sich enttäuscht. So wurde Zürich für mich zu einem traurigen Beispiel: Es gibt kein Land auf der Welt, das die Menschen glücklich machen kann, nirgendwo. Es gibt aber Länder, in denen man sich der Enttäuschung besonderes genüßlich hingeben kann. Auch der enttäuschte Schriftsteller Nabokov, der nichts von der Welt sehen wollte und sich sofort, als er endlich Geld hatte, im schweizerischen Montreux im erstbesten Hotel für den Rest seines Lebens niederließ. Und die russischen Bräute, die irgendwelche Schweizer geheiratet hatten und sich nun im Ausland langweilen. Alle Enttäuschten dieses Planeten könnten am Zürichersee Asyl finden. Sie würden dort am Ufer des Sees stehen und Schwäne mit Sprünglie füttern.

  • Die Kreuzfahrer: Amazon.de: Wladimir Kaminer: Bücher

    Mein neues, über alles geliebtes Buch „Die Kreuzfahrer“ ist erschienen 



    Ich gehe gleich damit auf See:
    22.08. Waren 23.08. Müritz 24.08.Putbus 25.08.Binz 26.08.Lubmin 28.08. Sylt
    Die Fortsetzung folgt

Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen...