Onkel Wanja kommt
Shop: T-Shirts

Neuigkeiten

  • KAFKA

    Ob doch nicht alles schlecht war in der DDR, die Diskussion hat kein

    Ende. Sogar die Freunde meiner Kinder, die nie in der DDR waren, haben

    von ihren Eltern gehört, es gab damals mehr soziale Gerechtigkeit und

    mehr Solidarität. Einige unwichtige Dinge fehlten, die hat aber kaum

    einer vermisst. In meiner Heimat wird noch heftiger über die sowjetische

    Vergangenheit gestritten. Wir sind ins All geflogen und haben für den

    Weltfrieden gekämpft, sagen die einen. Es gab keine Pampers, keine

    Jogurts und keinen Kafka, erwidern die anderen.

    Gut, statt Jogurts konnte man gezuckerte Milch in Konservendosen

    erwerben und zwei Stunden lang auf dem Herd erhitzen, dann verwandelte sich

    die Milch in eine braune Paste, die alle Kinder anhimmelten. Manchmal

    explodierte aber die Büchse auch, dann musste die Küche neu gestrichen

    werden. Die Pampers sind heute sogar im Westen umstritten, man munkelt,

    ohne sie werden die Babys schneller erwachsen und diszipliniert. Mit

    Kafka war es etwas komplizierter. Er hat die marxistische Dialektik nicht

    verstanden und die wahren Widersprüche des Kapitalismus verkannt, daher

    sein düsteres Weltbild, meinten unsere Ideologen.

    Große Autoren des Westens, Gabriel Garcia Marquez, Jan Paul Sartre und

    Heinrich Böll wunderten sich, dass Kafka nicht ins Russische übersetzt

    wurde. Ende der Sechzigerjahre war es soweit, ein Buch sollte rauskommen,

    plötzlich fuhren jedoch sowjetische Panzer nach Prag, und die Auflage wurde

    verramscht. Erst mit Gorbatschow kam Kafka auf Russisch heraus, zusammen mit Jogurts und Pampers und verdarb die Bürger vollständig. Heute sucht die

    Führung nach einem Rückwärtsgang und findet ihn nicht. Gut, die Jogurts

    kam man zurückschicken, die Pampers sind sowieso umstritten. Aber wie

    kriegt man Kafka aus den Köpfen wieder raus, da ist die Führung ratlos.

  • Das Ausschlachten der kritischen Medien in Russland war einer der erfolgreichsten Kriege des Präsidenten. Die Menschen sollen sich nicht unnötig ärgern, sondern auf das Wichtigste im Leben konzentrieren. So sieht der russische Zeitungskiosk heute:...

    Das Ausschlachten der kritischen Medien in Russland war einer der erfolgreichsten Kriege des Präsidenten. Die Menschen sollen sich nicht unnötig ärgern, sondern auf das Wichtigste im Leben konzentrieren. So sieht der russische Zeitungskiosk heute: Blumen, Katzen, Putin.

  • In Russland ist Weihnachten, TV filmt die regionalen Jesus- Stellvertreter, es sind immer die gleichen, bloß der Präsident hat jedes Jahr eine andere an seiner Seite. Was will uns das Medium damit sagen?

    In Russland ist Weihnachten, TV filmt die regionalen Jesus- Stellvertreter, es sind immer die gleichen, bloß der Präsident hat jedes Jahr eine andere an seiner Seite. Was will uns das Medium damit sagen?

  • image

    Die wichtigste Nachricht des Jahres war für mich die Bereitschaft der Amerikaner, ins All zu fliegen. Sie möchten Außenposten auf dem Mond und auf dem Mars errichten, Trump sagte: „we multiply on other planets“ - was auf gut Deutsch heißt: wir wollen uns auf den anderen Planeten
    vermehren. Das ist eine gewagte Ansage. Die sowjetischen Kosmonauten, die jahrzehntelang im Weltraum herumkreisten bis ihr Land auf Erden auseinanderfiel, hatten lange geforscht, ob eine Vermehrung, salopp ausgedrückt: Sex im Weltall, möglich ist. Zu diesem Zweck wurden Familienpaare ins All geschickt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung waren so lala. Wenn sich in der Schwerelosigkeit zwei Menschen heftig aneinanderdrücken, würden sie im nächsten Moment genau so heftig auseinanderfliegen. Also müssten sie sich aneinander festschnallen. Es fließt nichts in der Schwerelosigkeit und es fällt nichts runter. Das heißt, wenn einer der Liebenden vor Aufregung nießt, wird das Genießte weiterhin neben ihm in der Luft hängen. Außerdem funktioniert die Durchblutung des Körpers im All anders. Das Blut steigt nach oben, zum Kopf, was gut fürs Küssen ist. Um eine Erektion zu bekommen, müsste aber der Kosmonaut einen Kopfstand machen. Die sowjetischen Kosmonauten hatten sich als erstaunlich anpassungsfähig erwiesen, auch Jahre später, längst auf der Erde gelandet, konnten sie ihre Frauen nur auf dem Kopf stehend umarmen, so sehr hatten sie sich an das Leben im Weltraum gewöhnt. Ob die Amerikaner im Kopfstand können, wird sich dieses Jahr zeigen.

    Bild via cantechletter

  • Von klein auf werden die Kinder auf ihre künftigen sozialen Rollen vorbereitet

    Von klein auf werden die Kinder auf ihre künftigen sozialen Rollen vorbereitet

  • Je länger Deutschland ohne Regierung ist, umso dringender stellt sich die Frage, ob es überhaupt eine Regierung braucht. Der Begriff „Staat“ kommt  von „status“ und deutet auf eine zwischenmenschliche Vereinbarung, die  stabil hält. Deutschland hält, die Züge fahren, öffentlich rechtliches  Fernsehen verschickt weiterhin Mahnungen an die Fernsehverweigerer, Polizei führt Razzien durch. Den Satz von Frau Merkel, die ganze Welt  würde nur darauf warten, dass „Deutschland wieder regierungsfähig ist“  halte ich für überholt. Die Welt hat sicher besseres zu tun, als auf eine  deutsche Regierung zu warten, die auch in der Vergangenheit kaum die Weltöffentlichkeit durch ihr Handeln beeindruckte. Es etablieren sich ständig neue Führungskonzepte. Amerika wird via Twitter regiert, China durch eine „Kommunistische Partei“, die nichts mit Kommunismus am Hut hat. In meiner Heimat wurde gleich nach der Revolution von Zug aus regiert. Gleich nach dem Abgang des Zaren schickte die neue sowjetische Führungein Dutzend Politzüge in alle Richtungen um das Volk über ihre Politik aufzuklären. Eine solche Lokomotive hatte neben dem Agitationsbüro eine Bibliothek, ein Kino, einen Ausstellungsraum und eine eigene Zeitung mit extra großen Buchstaben und vielen Zeichnungen, damit auch die Analphabeten etwas davon haben. Besonders gut kam beim Volk der Beschwerdezug an, dort konnten die Bürger gleich beim Schaffner ihre Beschwerden und ihre Wünsche bezüglich der Zukunftsgestaltung abgeben. Später wurde es eng mit der Kohle, die Zugfahrten mussten reduziert werden. Am längsten schaffte es der Beschwerdezug, er fuhr noch Jahre durch die Gegend und sammelte fleißig weiter. Ob der Lokführer jemals die Beschwerden weiterreichte oder sie bloß zum Dampfproduktion verwendete, ist bis heute nicht geklärt.

  • Noch in diesem Jahr:
27.12. Lesung in Bremen
28.12. Leipzig Lesung mit Russendisko
29.12. Potsdam Lesung mit Russendisko.
Mission possible

    Noch in diesem Jahr:
    27.12. Lesung in Bremen
    28.12. Leipzig Lesung mit Russendisko
    29.12. Potsdam Lesung mit Russendisko.

    Mission possible

  • Im Winter reise ich viel durch das Land, wenn es draußen kalt ist, gehen die Menschen besonders gern zur Lesungen und Konzerten. Um diese Jahreszeit wird Deutschland gemütlich. Kein anderes Volk kann dermaßen einheitlich und aufrichtig die Gemütlichkeit produzieren, diese Gemütlichkeit ist für mich, neben den Autos und dem Sauerkraut eine deutsche Qualitätsware. Überall Weihnachtsmärkte, Lichterketten, süße Dämpfe, grüne Tannen, rote Zipfelmützen.Undüberall Luther. Dieser Geistliche war ein sehr umtriebiger Mann, in jeder Stadt trat ich in seine Spuren, entweder wohnte Luther dort oder er fuhr einmal daran vorbei oder schickte einen Gruß aus der Ferne oder hinterließ Nachkommen. Sogar inZeitz befand sich eine Luther-Bibliothek, sein Enkel hatte in der hiesigen Kirche vor vielen Jahrhunderten die Bürgermeistertochter geheiratet. Menschenleer und düster wirkte die Stadt zunächst, nur bei der Luther-Bibliothek standen Menschen unter einer Laterne. Es waren Flüchtlinge. Sehr schön, überlegte ich, sie habenDeutsch gelernt und wollen Bücher ausleihen, vielleicht wollten siesogar ein Stückchen von der lutherischen Lehre erhaschen. In unserer geistlosen Zeit muss der Hunger nach solch einer Lehre starksein… Aber ich irrte mich. Die Menschen wollten nicht Luthers Lehre, sie wollten den kostenlosen WLAN benutzen. Jemand hatte das Passwortgeknackt, das Passwort war angeblich “Martin”, sehr intelligent, und wenn man das Telefon nahe an die Wand presste, hatte man Empfang. Trotzdem sahich darin ein Wunder, wenn nicht direkt durch seine Worte so konnte dochdurchs WLAN Luthers Funke die Seelen der Menschen erwärmen, sie zusammenbringen und ihnen helfen, gemeinsam die schweren Zeiten zu überstehen. Das Passwort “Martin” funktioniert also doch noch, dachte ich und fuhrweiter nach Erfurt.

  • Вице-премьер Рогозин показал президенту Сербии таксу, которая дышит под водой

    Als großen diplomatischen Erfolg kann man den Russlandbesuch des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić und sein kurzes Gespräch mit Putins Freund, Vizepremier Rogozin bezeichnen. Der Russe gab an, einem Dackel beigebracht zu haben, unterm Wasser zu atmen. “Heute der Hund morgen das ganze Volk”, meinte der Vizepremier. Der serbische Freund war sehr beeindruckt, der Dackel hustet, das Volk guckt fern und kauft Schnorchel ein

  • arte.tv


    Hurra! mein neuer Film “Der Gastgeber” ist da. Ein Lobeslied auf Menschen an der Ostsee und Hackepeter:

Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen...