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  • Putin will zum vierten Mal kandidieren obwohl im russischen Grundgesetz schwarz auf weiß steht, dass jeder maximal zwei Amtszeiten auf dem Präsidentenstuhl sitzen darf. Die britischen Journalisten haben inzwischen aufgedeckt, den Putin gab es schon...

    Putin will zum vierten Mal kandidieren obwohl im russischen Grundgesetz schwarz auf weiß steht, dass jeder maximal zwei Amtszeiten auf dem Präsidentenstuhl sitzen darf. Die britischen Journalisten haben inzwischen aufgedeckt, den Putin gab es schon immer, der Kreml kontert, die Recherche sei „eine krasse Einmischung in innere Angelegenheiten Russlands“

  • Eigentlich soll der Sport gerade biegen, was die Politik verkrümmt hat, die verfeindeten Staaten befrieden, die Konflikte vom Schlachtfeld ins Stadion bringen. Dafür wären die koreanischen Winterspiele ein idealer Platz, wo sonst könnten die...



    Eigentlich soll der Sport gerade biegen, was die Politik verkrümmt hat,  die verfeindeten Staaten befrieden, die Konflikte vom Schlachtfeld ins  Stadion bringen. Dafür wären die koreanischen Winterspiele ein idealer Platz, wo sonst könnten die Amerikaner gegen die Nordkoreaner und gegen  die Russen kämpfen, ohne dass uns die ganze Welt um die Ohren fliegt? Mein Freund Martin, ein Deutschkoreaner aus Krefeld organisiert die Eishockeyturniere in Pyeongchang, er schimpft über die Politik, die den Sport kaputt mache. Die Integration der nordkoreanischen  Eishockey Delegation in die südkoreanische Mannschaft ist eine gute Sache, es gibt aber eine feste  Quotierung von Spielerinnen, die am olympischen Eishockey Turnier teilnehmen dürfen, es dürfen nicht mehr als 23 sein. Mit Korea wurde  eine Ausnahme gemacht und die Quotierung auf 35 (23 Südkoreanerinnen und 12 Nordkoreanerinnen) festgelegt. Die Schweizer haben sich schon beschwert. Auch sie wollen 35 Spielerinnen haben. Die südkoreanische Mannschaft wird von einer amerikanischen  Trainerin gecoacht, (Sarah Murray). Von der Politik wurde ihr vorgeschrieben, bei jedem Korea Spiel mindestens drei  Nordkoreanerinnen spielen zu lassen. Südkorea darf  nicht mit seiner Flagge auftreten, sondern mit der “Einheitsflagge”. Auch  darf die Mannschaft nicht wie sonst Team KOR heißen sondern Team COR.  Falls sie die Goldmedaille gewinnen, wird die Nationalhymne Südkoreas  nicht gespielt, sondern das Volkslied Arirang. Die Russen sind  stinksauer, sie dürfen sich wegen der Dopinggeschichte nicht Team RUS nennen sondern Team OAR (Olympic Athletes of Russia). Die Amerikaner  gelten als Titelanwärter, OAR und COR  haben gegen Amerika keine Chance. Hoffentlich kloppen sie einander in der Umkleidekabine nicht zu Tode.

    (Auf dem Foto: Die Ankunft der nordkoreanischen Mannschaft in Pyeongchang)

  • Freitag ab eins macht jeder seins

    Freitag ab eins macht jeder seins

  • In Russland wurde bis in die Neunzigerjahre Sex unter Männern als ein abartiges Verbrechen geächtet und bestraft. Dementsprechend sind gleichgeschlechtliche Ehen in Russland verboten. Gleichzeitig garantiert die russische Gesetzgebung, dass alle im Ausland geschlossenen Ehen anerkannt werden. Die Gesetzgeber haben die Tatsache verschlafen, dass Männer in vielen Ländern Europas längst untereinander heiraten dürfen. Zwei junge Russen, Pavel und Eugen, beschlossen, dieses Schlupfloch im Gesetz zu nutzen. Sie fuhren nach Dänemark, heirateten dort und ließen sich im Moskauer Standesamt die Ehe in ihre Pässe eintragen. Die Beamtin im Standesamt wunderte sich nicht einmal, dass die Braut Pavel hieß und einen Bart trug, junge Menschen von heute denken sich halt komische Namen aus. Anstatt im Stillen die Hochzeit zu feiern, hatten die Jungs im Internet angegeben, ihnen sei die erste gleichgeschlechtliche Eheschließung auf russischem Boden gelungen. Der Staat reagierte heftig, das gesamte Kollektiv des Standesamtes wurde wegen Nachlässigkeit am Arbeitsplatz entlassen, die Pässe für ungültig erklärt. Als die jungen Männer sich weigerten, die Pässe abzugeben, wurde ihre Wohnung von einer Polizeieinheit gestürmt. Vor dem Sturm wurde der Strom im Haus ausgeschaltet, ein General leitete den Angriff, als ginge es um die Beseitigung einer gefährlichen Terrorzelle. Die Pässe wurden vor Ort vernichtet, die Jungs für ledig erklärt. Sie bekamen eine Lawine von Todesdrohungen und mussten das Land verlassen. “Homo” gilt in Russland als Schimpfwort. Mein Freund, ein Filmemacher, der gerne lustige Umfragen in Moskau auf der Straße filmt, konfrontierte vor kurzem mehrere Passanten mit der Frage: „Was würden sie tun, wenn sie erführen, dass ihr bester Freund ein Homo Sapiens ist?“ Alle Befragten waren entsetzt. Ich würde ihn zu einem Arzt bringen, sagte eine Dame; ich würde sofort mit ihm Schluss machen, meinte eine andere.

  • Russland ist zurück auf der „Grünen Woche“, mit Eisbärplüschtieren, Wodka und getrocknetem Rentierfleisch. „Weltweit größter Produzent von Brombeerkonfitüre“ witzelte eine deutsche Zeitung. „Stimmt es, dass die Russen keinen Käse können?“ fragte ein...

    Russland ist zurück auf der „Grünen Woche“, mit Eisbärplüschtieren, Wodka und getrocknetem Rentierfleisch. „Weltweit größter Produzent von Brombeerkonfitüre“ witzelte eine deutsche Zeitung. „Stimmt es, dass die Russen keinen Käse können?“ fragte  ein deutscher Journalist den russischen Agrarminister. Der Minister sagte nichts, aber sein Blick sprach Bänder

  • Gender Studies sind zum anabdingbaren Bestandteil des Lebens geworden. Bei der Lesung in Bielefeld kam zum Büchertisch ein Mann, der das gerade gekaufte Buch für seine Frau signieren wollte. Seine Frau sei ein großer Fan, meinte er, sie wäre sehr...

    Gender Studies sind zum anabdingbaren Bestandteil des Lebens geworden. Bei der Lesung in Bielefeld kam zum Büchertisch ein Mann, der das gerade gekaufte Buch für seine Frau signieren wollte. Seine Frau sei ein großer Fan, meinte er, sie wäre sehr gern auch zur Lesung gekommen, hat aber zwei Kinder. Was soll’s dann kriegt sie halt mindestens ein Buch.

  • KAFKA

    Ob doch nicht alles schlecht war in der DDR, die Diskussion hat kein Ende. Sogar die Freunde meiner Kinder, die nie in der DDR waren, haben von ihren Eltern gehört, es gab damals mehr soziale Gerechtigkeit und mehr Solidarität. Einige unwichtige Dinge fehlten, die hat aber kaum einer vermisst. In meiner Heimat wird noch heftiger über die sowjetische Vergangenheit gestritten. Wir sind ins All geflogen und haben für den Weltfrieden gekämpft, sagen die einen.

    Es gab keine Pampers, keine Jogurts und keinen Kafka, erwidern die anderen. Gut, statt Jogurts konnte man gezuckerte Milch in Konservendosen erwerben und zwei Stunden lang auf dem Herd erhitzen, dann verwandelte sich die Milch in eine braune Paste, die alle Kinder anhimmelten. Manchmal explodierte aber die Büchse auch, dann musste die Küche neu gestrichen werden. Die Pampers sind heute sogar im Westen umstritten, man munkelt, ohne sie werden die Babys schneller erwachsen und diszipliniert.

    Mit Kafka war es etwas komplizierter. Er hat die marxistische Dialektik nicht verstanden und die wahren Widersprüche des Kapitalismus verkannt, daher sein düsteres Weltbild, meinten unsere Ideologen.

    Große Autoren des Westens, Gabriel Garcia Marquez, Jan Paul Sartre und Heinrich Böll wunderten sich, dass Kafka nicht ins Russische übersetzt wurde. Ende der Sechzigerjahre war es soweit, ein Buch sollte rauskommen, plötzlich fuhren jedoch sowjetische Panzer nach Prag, und die Auflage wurde verramscht. Erst mit Gorbatschow kam Kafka auf Russisch heraus, zusammen mit Jogurts und Pampers und verdarb die Bürger vollständig. Heute sucht die Führung nach einem Rückwärtsgang und findet ihn nicht. Gut, die Jogurts kam man zurückschicken, die Pampers sind sowieso umstritten. Aber wie kriegt man Kafka aus den Köpfen wieder raus, da ist die Führung ratlos.

  • Das Ausschlachten der kritischen Medien in Russland war einer der erfolgreichsten Kriege des Präsidenten. Die Menschen sollen sich nicht unnötig ärgern, sondern auf das Wichtigste im Leben konzentrieren. So sieht der russische Zeitungskiosk heute:...

    Das Ausschlachten der kritischen Medien in Russland war einer der erfolgreichsten Kriege des Präsidenten. Die Menschen sollen sich nicht unnötig ärgern, sondern auf das Wichtigste im Leben konzentrieren. So sieht der russische Zeitungskiosk heute: Blumen, Katzen, Putin.

  • In Russland ist Weihnachten, TV filmt die regionalen Jesus- Stellvertreter, es sind immer die gleichen, bloß der Präsident hat jedes Jahr eine andere an seiner Seite. Was will uns das Medium damit sagen?

    In Russland ist Weihnachten, TV filmt die regionalen Jesus- Stellvertreter, es sind immer die gleichen, bloß der Präsident hat jedes Jahr eine andere an seiner Seite. Was will uns das Medium damit sagen?

Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen...