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  • Chemnitz bei Nacht

    Chemnitz bei Nacht

  • Meine Tochter studiert europäische Ethnologie, mein Sohn wurde beim Gartenbau immatrikuliert. Sie haben in der Kantine viele Gleichaltrige aus anderen Studienfächern kennengelernt, aus historischer Linguistik, Französisch, nachhaltige...

    Meine Tochter studiert europäische Ethnologie, mein Sohn wurde beim Gartenbau immatrikuliert. Sie haben in der Kantine viele Gleichaltrige aus anderen Studienfächern kennengelernt, aus historischer Linguistik, Französisch, nachhaltige Ernährungswissenschaft… Alle beschweren sich, das Studium sei zu theoretisch, beim Gartenbau ist man nie im Garten, Französisch wird auf Deutsch erklärt und bei der nachhaltigenErnährungswissenschaft gibt es nichts zu essen. Auch die Ernährungswissenschaftler müssen in die Mensa, dort eine halbe Stunde warten, bis ein Tisch frei wird und sie ihren Reis mit Erbsen drauf stellen können, gekocht von einer perlweiß gefärbten Frau, die gar nicht studiert hat, aber die nachhaltige Ernährungswissenschaft perfekt beherrscht. Sie weiß, dass die Studierenden den Reis aufessen, die Erbsen aber auf dem Teller liegen lassen. Darum püriert sie anschließend die Erbsen und am nächsten Tag stehen „Gemüsebuletten“ auf der Speisekarte. Jetzt sagt meine Tochter sie würde lieber DJ studieren, also soziale Kommunikation o.ä. Foto Bjarne Kasch

  • Hangar-312

    Russendisko in Neuruppin hat gezeigt, wie die Brandenburger feiern. Sie sind wie Wunderkerzen, zünden nicht gleich an, aber wenn sie brennen, kann weder Gott noch Teufel sie mit blößen Händen löschen.

  • Wer regiert die Welt? Wer hat alle Fäden in der Pfote? Wer pustet von außen auf die Gardine?
Nicht die Generäle, nicht die Geistlichen und nicht die Präsidenten.
Sondern sie. Läuft sie nach links, dann bringt’s, läuft sie nach Rechts, dann pecht’s....

    Wer regiert die Welt? Wer hat alle Fäden in der Pfote? Wer pustet von außen auf die Gardine?

    Nicht die Generäle, nicht die Geistlichen und nicht die Präsidenten.

    Sondern sie. Läuft sie nach links, dann bringt’s, läuft sie nach Rechts, dann pecht’s. Seid gut zu Euren Katzen!

  • Vor zehn Jahren hatten wir in Berlin einen Schrebergarten, klein und
    schmuddelig, die strengen Vorschriften machten uns viel zu schaffen, man
    durfte sich nicht aussuchen, was man einpflanzen wollte. Ich
    wollte aus diesem Garten ein russisches Paradies machen, d.h.
    Gänseblümchen und Sonnenblumen statt Rhabarber. Ich wollte uns eine
    Katze und Hühner anschaffen, damit sie
    unter den Sonnenblumen Eier legen, so sieht nämlich ein russisches
    Paradies aus. Die Prüfungskommission der Kolonie besuchte uns jede
    Woche. Sie beschuldigten uns, die „spontane Vegetation“ zu begünstigen.
    Wegen dieser spontanen Vegetation mussten wir letzten Endes den
    Schrebergarten abgeben. Später fanden wir in
    einem kleinen Dorf in Brandenburg ein Haus mit Garten ohne
    Prüfungskommission, ein Fleckchen Erde, wo wir es nach alle Seiten
    spontan vegetieren lassen konnten. Wir pflanzten dort die Gänseblümchen
    und die Sonnenblumen ein, wir haben fünfzehn Hühner gekauft und es ist
    noch immer viel Platz übrig geblieben.
    
    Gerade eben habe ich im Garten meine letzte Einpflanzung hinter mich
    gebracht. 120 Tannenbäume - Fasertannen, Korktannen und Blau-Fichten,
    sie sind vorerst nur 20 Zentimeter groß, müssen aber in drei bis vier Jahren eine gute Größe haben. Die Idee kam von meinem Dorfnachbar Mathias. Er hatte
    im Fernsehen erfahren, dass durch die extreme Sommerhitze viele Tannen
    gestorben waren, so dass es in ein paar Jahren Engpässe bei den
    Weihnachtsbäumen geben könnte. Sofort kam er zu mir mit einer
    Geschäftsidee. Wladimir, wir werden reich! meinte er. Du hast ja viel
    Platz in deinem Garten, lass uns Weihnachtsbäume züchten. Mit einem
    Erdbohrer haben wir 120 Löcher gebohrt, gute Erde rein geschüttet und
    gut gegossen. Wenn Sie, liebe Leser, in vier bis fünf Jahren einen
    Weihnachtsbaum brauchen, sie wissen jetzt, wo sie einen finden.
  • Der Herbst ist da.. Das große Lachen geht unbeirrt weiter. Am Freitag präsentiere ich mein Buch in Berlin, in Tipi am Kanzleramt

    Der Herbst ist da.. Das große Lachen geht unbeirrt weiter. Am Freitag präsentiere ich mein Buch in Berlin, in Tipi am Kanzleramt

  • Hangar-312

  • Grausames Verbrechen

    Besonders grausames kapitalistisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist meiner Meinung nach, dieses ständige Schuldgefühl, das man als Konsument den nicht gekauften und nicht verbrauchten Waren gegenüber empfindet, allen mit Mühe gemachten Produkten, die man liegen lässt. Apfelberge, schnell verderbliche Salate, probiotische Jogurts mit einem baldigen Verfallsdatum… Was passiert mit dem grauen Mantel, der solche lustigen schwarzen Knöpfe hat, er wurde als Sonderangebot bereits zwei Mal im Preis runtergesetzt und hat trotzdem niemanden zum Kauf verführt? Alle diese Waren schreien lautlos jedem hinterher: Nimm mich! Ich kann sie aber nicht nehmen. Ich habe schon einen Mantel, ich mag keine Äpfel und über “probiotische” Jogurts mit leckeren Bakterien habe ich gerade gestern in der Zeitung gelesen, dass ihre Bakterien eigentlich durch einen Abstrich aus dem Arsch fremder Menschen gewonnen werden, also bitte ohne mich.
    Noch mehr Schuldgefühl bekomme ich in einer Buchhandlung. Tonnenweise Abenteuer! In den Buchläden meiner Kindheit standen drei Bücher im Schaufenster: Lenin “Staat und Revolution”, Karl Marx “Das Kapital” und ein Weltatlas, in dem unser Land als ein Sechstel der Erdoberfläche besonders stark herausragte. Hier auf der Frankfurter Buchmesse fragte ich mich, wie kriegen die Europäer es hin, im Dauerlicht des Fernsehens und Internets badend, noch Zeit für die Bücher zu finden und ihren Musil, Rilke oder Sartre zu lesen - das bleibt mir ein Geheimnis. Wahrscheinlich lesen sie die gar nicht. In den Bibliotheken und Antiquariaten, entwickeln diese Bücher dann ein Eigenleben Wenn sie lange genug liegen, fangen sie an zu strahlen und leuchten in den Händen der wenigen Interessenten.

  • ich habe gestern beim MDR zwei tolle Frauen kennengelernt, Dr. Adler und Dr.Pille!

    ich habe gestern beim MDR zwei tolle Frauen kennengelernt, Dr. Adler und Dr.Pille!

  • Pilzsaison 2018 ist eröffnet

    Pilzsaison 2018 ist eröffnet

Privat ein Russe beruflich ein deutscher Schriftsteller, bin ich die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen...